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Sonntag, 11. April 2010

Die Korsage – immer aktuell

Die Korsage hat sich im Laufe der Zeit immer wieder gewandelt, von ihrer Erfindung über ihre verschiedenen Entwicklungsschritte und Umdeutungen bis heute. Weite Verbreitung fand die Korsage eigentlich nie, aber dennoch steht sie unverrückbar alle Zeiten überdauernd als Leuchtturm im Reich der Dessous und Lingerie.

Ursprünglich wurde die Korsage unsichtbar unter der Kleidung getragen und sollte mit Hilfe der eingenähten Stäbe den Körper des „schwachen Geschlechts“ stützen und die weiblichen Reize im Zaum halten.

Schnell entdeckte aber die gehobene Gesellschaft die Korsage für sich und so wandelte sie sich von einem robusten Mieder zum feinen und raffinierten Kleidungsstück. Dabei stand nun nicht mehr die stützende Wirkung im Vordergrund, sondern die formende. Auch durfte die Korsage nun über der Kleidung getragen werden.

Eine Hochzeit erlebte die Korsage in den 1930ger Jahren, also sie in der Welt des Varieté weite Verbreitung fand. Gleichzeitig war hier aber schon ihr Abwärtstrend angelegt, denn durch die Wandel zur Reizwäsche und zum Fetischobjekt wurde die Korsage für die feine Gesellschaft nicht mehr tragbar und bekam den Hauch des Verruchten.

Außerdem belasteten übertrieben und extrem geschnürte Kosagen den Körper und viele Frauen erlitten Schwächeanfälle, Koliken und dergleichen mehr. Und so kamen die Unterwäschehersteller auf die Idee, die Frau von dem einengenden Wäschestück zu befreien und erfanden den modernen BH.

Die Korsage verschwand dadurch ein wenig von der Bildfläche und der BH nahm ihren Platz ein. In den 50ger Jahren erlebte die Korsage eine zweite Blüte und verband sich mit Petticout zur Mode des Rock 'n Roll.

Die Zeiten ändern sich, aber die Korsage hat sich eine bleibende Nische in der Welt der Mode gemütlich eingerichtet. Neben ihrer ungezügelten Bedeutung als erotisches und verführerisches Kleidungsstück, wird die Korsage in aktuellen Modetrends immer wieder als Stilmittel aufgegriffen. Und trägt frau sie heute ganz selbstverständlich als trägerloses Oberteil zum Rock oder auch mal zur Hose.

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